Mobirise


«Sozialkontakt trotz Corona-Krise » 

Autor: Larissa Läubli

Das Coronavirus ist allgegenwärtig und beeinflusst unser Leben in diversen Bereichen. Was vielen Personen während der Pandemie am meisten zu schaffen macht, ist der fehlende Kontakt zu Mitmenschen. Der Aufruf zu Social-Distancing soll unsere Körper vor dem Virus schützen und belastet gleichzeitig unsere Psyche. Dank diversen technischen Möglichkeiten findet das soziale Beisammensein nun vermehrt virtuell statt.

Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus und dessen Entwicklung von der regionalen Epidemie zur flächendeckenden Pandemie stellt gerade die Welt auf den Kopf. Ob bei der Arbeit, in der Aus- oder Weiterbildung oder im Privatleben – das Virus fordert diverse Einschränkungen im alltäglichen Leben und stellt uns somit vor neue Herausforderungen. Zuhause bleiben, Abstand halten, die Hygienemassnahmen einhalten und soziale Kontakte meiden – das sind momentan die Gebote, welche es einzuhalten gilt, damit weder wir noch das Umfeld mit dem Virus infiziert wird. Seit dem Lockdown verbringen wir unsere Arbeits- und Freizeit somit grösstenteils zuhause und verzichten auf das gesellschaftliche Leben ausserhalb der eigenen vier Wände. Ein Umstand, der uns aus diversen Gründen schwerfällt. Während Familien Home-Office, Home-Schooling und den Haushalt vereinen müssen und das permanente Zusammensein auf Dauer zur Belastung wird, wünscht man sich gerade als Bewohner eines Einpersonen-Haushalts endlich wieder Kontakt zu seinen Mitmenschen. Gerade die Risikogruppen (Personen mit Vorerkrankungen und die Altersgruppe ab 65 Jahren) sollen sich besonders an die Massnahmen halten. Und obwohl uns erste Lockerungsmassnahmen den Weg zurück zur Normalität versprechen, wird es bis dahin wohl noch einige Zeit dauern.


Einsamkeit durch Solidarität

Noch ist unklar, wie lange uns die Auswirkungen von Covid-19 beschäftigen werden. Aktuell gibt es keinen Impfstoff und bis eine erfolgreiche Immunisierung stattfinden kann, wird ebenfalls noch Zeit vergehen. Daneben besteht das Risiko, dass uns bald eine zweite Welle der Pandemie bevorsteht und mit ihr die bekannten und allenfalls noch stärkere Massnahmen (wieder) in Kraft treten werden. Das Meiden sozialer Kontakte und das Einhalten der Abstandsregeln werden uns sicherlich noch eine Weile beschäftigen. So halten wir uns aus Solidarität gegenüber unseren Mitmenschen daran und nehmen dafür andere Risiken in Kauf. Bereits vor Wochen wurde der bevorstehende Anstieg der Scheidungsrate und die Zunahme an Fällen häuslicher Gewalt prognostiziert. Ein tragischer Umstand, der glücklicherweise nicht die Mehrheit betrifft. Was jedoch jeder von uns zu spüren bekommt sind die Folgen von Social-Distancing im Alltag. Wir verzichten auf das Treffen mit unseren Freunden und besuchen unsere Verwandten nicht mehr – viele kleine und grosse gesellige Rituale fallen somit weg. Hinzu kommt, dass wir gerade mit der Möglichkeit von Homeoffice grösstenteils nur noch Zuhause sind. Unser Alltag wird monoton, das macht lustlos und führt zu Langeweile, zeitweilig fühlt man sich dabei auch ziemlich einsam. Gerade wer bereits vor Aufkommen des Coronavirus mit Einsamkeit zu kämpfen hatte, dürfte es jetzt besonders schwer haben und leidet unter den Folgen.

Digitale Lösungen gegen Vereinsamung

Der sprunghafte Anstieg bei der Nutzung von Apps für Videotelefonie bestätigt es: seit dem Lockdown verlagern wir einerseits unsere Arbeit, andererseits auch unser soziales Leben in die virtuelle Welt. Denn anstelle von persönlichen Treffen, verabredet man sich aktuell vermehrt vor dem Bildschirm. Auch Chats werden momentan mehr genutzt, um sich auszutauschen. Dank diverser digitaler Angebote können viele soziale Aktivitäten, welche man bis anhin bevorzugt face-to-face durchführte, in die virtuelle Welt verlagert werden. So isst man nun zusammen vor dem Bildschirm, verabredet sich für virtuelle Gruppen-Treffen und auch Dating findet vorerst bloss digital statt. Wer sich bis vor Kurzem zu gemeinsamen Karten- oder Brettspielen verabredete, kann nun dank Online-Versionen weiterhin gegen seine Freunde antreten. Doch eines wird dabei klar: Zwar kann man sich auch digital unterhalten, sich sehen und hören – körperliche Nähe bleibt uns dabei dennoch versagt. So zeigt sich gerade in der aktuellen Situation, wie wichtig soziale Kontakte sind und dass die virtuelle Welt diese nicht vollständig ersetzen kann. Für uns bedeutet dies jetzt vor Allem: Durchhalten, damit wir uns bald möglichst wieder persönlich treffen, gemeinsam etwas unternehmen und umarmen können.


Wichtiger Hinweis: «Sozialkontakt» versteht sich nicht als Partnervermittlung.

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