Beim Gassi gehen neue Leute kennenlernen

Autor: Larissa Läubli

Dass Hunde zu den beliebtesten Haustieren zählen kommt nicht von ungefähr. Neben ihrer liebenswerten Art können sie uns ausserdem in unserem körperlichen wie seelischen Wohlbefinden unterstützen und agieren manchmal gar als Verkuppler. Dank einer speziellen Funktion auf «Sozialkontakt» haben es Hundebesitzer leicht andere Hundebesitzer in der lokalen Umgebung zu finden und sich mit ihnen zum gemeinsamen Hundespaziergang zu verabreden. 

«Balu! Komm her…hierher!», ruft Sarah dem Hundewelpen zu, dessen Interesse gerade einem Vogel gilt, welcher zuvor auf der grossen Wiese stand und sich jetzt auf einem nahegelegenen Baum in Sicherheit gebracht hat. Balu ist nach seinem Sprint hin zum Vogel stehen geblieben und beobachtet nun konzentriert, wie dieser sich auf einem der Äste niedergelassen hat und sein Gefieder reinigt. Wieder ruft Sarah ihm zu: «Balu, bei Fuss!». Jetzt dreht sich der junge Labrador zu ihr um und rennt ihr schwanzwedelnd entgegen, um sich ausgiebig den Bauch kraulen zu lassen. Dass Sarah sich vor wenigen Wochen einen Welpen zugelegt hat, verdankt sie ihrer pensionierten Nachbarin. Diese war vor einem Jahr schwer im Treppenhaus gestürzt und musste für mehrere Wochen ins Krankenhaus. Sarah wohnte damals erst ein paar Wochen im selben Block, kannte die ältere Dame und ihren Dackel jedoch schon gut. Kurz nach Sarahs Einzug begann ihre neue Nachbarin von gegenüber, sie regelmässig zu Kaffee und Kuchen einzuladen und verwickelte sie immer mal wieder in ein nettes Gespräch vor der Haustür. Ausserdem ist die ältere Dame oft im nahegelegenen Park anzutreffen, wo sie ihren Hund ausführt und welchen Sarah jeweils auf dem Weg zu ihrem neuen Arbeitsort mit dem Fahrrad durchquert. Die junge Frau kann sich noch gut erinnern, wie ihre Nachbarin sie nach ihrem schweren Sturz darum bat, während ihres Krankenhausaufenthalts auf ihren Hund aufzupassen. Es gab niemand anderes, der sich um Bruno kümmern konnte und ins Tierheim wollte sie ihn nicht geben. So entschied sich Sarah kurzentschlossen, den Dackel eine Weile bei sich aufzunehmen und freute sich über ihren neuen pelzigen Mitbewohner. Für ihren Traumjob hatte sie ihre Familie und Freunde viele Kilometer zurückgelassen und lebte nun allein in einer fremden Stadt. Zwar konnte die junge Frau bei der Arbeit bereits ein paar Kontakte knüpfen, trotzdem fühlte sie sich oft einsam.  

Bei «Sozialkontakt» finden Sie schnell begeisterte Hundebesitzer zum gemeinsamem Gassi gehen.

Zahlreiche Vorteile der Hundehaltung

Hunde können den Menschen in vielerlei Hinsicht guttun. So ist erwiesen, dass Hundehalter über ein stärkeres Immunsystem verfügen, generell weniger gesundheitliche Probleme haben und durch die regelmässigen Spaziergänge und das Spielen in besserer körperlicher Verfassung sind. Wer sich allein schlecht motivieren kann, nach draussen zu gehen, kommt mit einem Hund nicht drumherum. Auch unserer Psyche tun die pelzigen Vierbeiner gut: als treuer Begleiter und mit ihrer bedingungslosen Liebe stehen sie einem in guten wie schweren Zeiten bei und trösten jeden auf ihre ganz eigene Art. Gar bei psychischen Problemen wie einer Depression oder einem emotionalen Trauma helfen uns Hunde, diese schneller zu überwinden. Daneben unterstützen sie uns zudem, neue Kontakte zu knüpfen. Jedoch sollte die Anschaffung eines Hundes nicht leichtsinnig erfolgen. Diese Tiere benötigen viel Zeit und Zuwendung. Ausserdem braucht ein Hund Bewegung und möchte regelmässig Gassi gehen. So verwundert es nicht, dass jährlich ca. 180 Millionen Hundespaziergänge in der Schweiz stattfinden, um bei den Vierbeinern das Bedürfnis nach Auslauf zu stillen. Einen Hund muss man drei bis vier Mal pro Tag ausführen, um seinem Bewegungsdrang entgegenzukommen und damit er sein Geschäft verrichten kann. Auch Sarah musste sich erst bewusst machen, was es heisst, einen Hund zu halten, als sie von ihrer Nachbarin über Brunos Ess- und Spaziergewohnheiten informiert wurde. Und so plante sie ihren temporären Tagesablauf mit Hund so gut wie möglich. Da ihr Arbeitgeber Hunde im Büro erlaubt, nahm Sarah den Dackel jeweils mit zur Arbeit und führte ihn mittags wie nach Feierabend aus. Auch Stöckchen-Werfen und Ballspiele waren regelmässig angesagt. Mit Bruno an ihrer Seite, entschied sich Sarah sogar wieder mit Joggen zu beginnen. An den Wochenenden suchte sie sich neue Routen durch die Stadt und anliegende Ortschaften raus und erkundete diese gemeinsam mit Bruno. Als ihre Nachbarin aus dem Krankenhaus entlassen wurde, übergab Sarah ihr Bruno schweren Herzens. Bis die ältere Dame wieder vollständig genesen war, ging Sarah zwar noch regelmässig mit dem Dackel raus, doch gerade, wenn sie allein Zuhause war, vermisste sie sein freudiges Jaulen oder wie er es sich jeweils neben ihr gemütlich machte, wenn sie ein Buch las oder fernsah.
Mehr soziale Kontakte dank Hunden

Immer mehr Menschen leben heutzutage allein und auch die Kinderlosigkeit nimmt zu. Obwohl man dank zahlreichen digitalen Angeboten mit der ganzen Welt vernetzt sein kann, fühlen sich viele Personen zunehmend einsam. Durch die aktuelle Coronakrise wurde zudem ein gegenwärtiger Boom bei der Anschaffung von Haustieren festgestellt. Durch das vermehrte Alleinsein und die viele Zeit, die man momentan zuhause verbringt, stieg das Bedürfnis nach einem tierischen Mitbewohner. Viele möchten sich daher einen Hund anschaffen. Denn wer solch einen pelzigen Vierbeiner an seiner Seite hat, hat definitiv einen Partner fürs Leben gefunden. Durch das regelmässige Ausführen kommt man ausserdem unweigerlich in Kontakt mit anderen Menschen. Gerade für ältere Personen kann die Betreuung eines Hundes oder generell eines Haustiers eine echte Bereicherung sein. Durch die mit der Haltung verbundenen Aufgaben geben die Tiere dem Alltag ihrer Besitzer eine Struktur. Daneben können fehlende soziale Kontakte zu Mitmenschen durch ausgiebige Streicheleinheiten gemildert werden. Dank Bruno kam auch Sarah in Kontakt zu vielen anderen Menschen, vor Allem zu Hundehaltern, welchen sie auf den zahlreichen Spaziergängen begegnete. Dabei war jeweils ausschlaggebend, ob sich die Hunde gut verstehen. So konnte man sich gut austauschen, während die Vierbeiner miteinander spielten – ansonsten reichte es bloss für eine kurze Begrüssung. Durch so eine Hundefreundschaft lernte Sarah ihre mittlerweile beste Freundin Tanja kennen, welche regelmässig im selben Park mit ihrem Hund spazieren geht und auch heute an ihrem vereinbarten Treffpunkt vorbeikommt. Da ihre Terrier-Dame Lucy bereits Bekanntschaft mit Balu gemacht hat, begrüssen sich die Hunde glücklich. Die beiden Freundinnen setzen sich auf eine nahegelegene Bank, beobachten ihre Tiere beim Herumtollen und erzählen sich, was so Neues passiert ist. Tanja ist ein paar Jahre älter als Sarah und lebt schon lange in der Stadt. So konnte sie ihr bereits einige tolle Orte zeigen und hat sie in ihren Freundeskreis aufgenommen, zu welchem Sarah nun ebenfalls dazugehört. Nachdem Bruno wieder bei seiner Besitzerin wohnte, liess sich Sarah von ihrer neuen Freundin dazu ermutigen, sich einen eigenen Hund anzuschaffen und half ihr gleich, ein passendes Tier zu finden. Beim Besuch eines anerkannten Hundezüchters verliebte sich Sarah dann in einen besonders niedlichen Welpenrüden und nahm diesen dann kurz darauf bei sich auf. Sarah und Balu sind bereits jetzt ein gut eingespieltes Team. Lucy spielt mittlerweile Fangen mit dem Welpen und rennt im Zickzack durch die Wiese, gefolgt von ihrem noch etwas tapsigen Hundefreund, welcher bei seiner Verfolgungsjagd ein paar Mal ins Schleudern gerät, tollpatschig Bäumen ausweicht und auch einige Bauchlandungen hinlegt, was einige amüsierte Spaziergänger zum Stehenbleiben und Zuschauen bewegt. Gerade als Sarah und Tanja beschliessen, in ein Café am Rande des Parkes zu gehen, kommt ihnen Sarahs pensionierte Nachbarin mit Bruno entgegen und schliesst sich den beiden spontan an. Dicht gefolgt von ihren Hunden spazieren die drei Frauen gut gelaunt durch den Park und geniessen den schönen Tag.

*alle Personen aus diesem Text wurden frei erfunden

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